Es wird in den Medien hoch und runter geredet, dass man mit dem Einbau einer neuen Heizanlage schon nach kurzer Zeit viel Geld sparen kann. Prinzipiell ist da ja nichts einzuwenden und das mag im Einzelfall stimmen doch sollte man als Hausbesitzer doch sehr auf seine individuellen Gegebenheiten achten und sich nicht an Modellrechnung aufhängen. Dazu ein aktuelles Beispiel bei dem sich mir beim ersten lesen schon die Nackenhaare aufgestellt haben.
Gesamtkostenvergleich: Solar-Kombi-Heizung vs. konventionelle Heizung
Ich möchte auf 3 der mir aufgestoßenen Punkte eingehen. Mehr möchte ich in diesem Zusammenhang einfach nicht sagen da es den Rahmen sprengt und nicht der Sache dient aufzuzeigen, dass es mit Pauschalannahmen in der heutigen Zeit einfach nicht getan ist.
1. Der Autor geht von einem ganz normalen Altbau Einfamilienhaus aus, welches mit 4 Personen bewohnt wird und nimmt pauschal an, dass es einen Wärmebedarf von 150kWh/m² gibt. Das mag bei einem Haus mit Einfachverglasung, Holztüren und partiell undichtem Dach vielleicht der Fall sein wie in der WG in der ich zu Studentenzeiten gewohnt habe und wir für unsere 70m² Wohnfläche (Treppenhaus nicht mitgerechnet) ca. 40ct Kohle pro Jahr verfeuert haben (ca. 170kWh/m²) aber für ein normales Haus im Bestand ist dies nicht unbedingt die Annahme Nummer 1 meines Erachtens. Um nur von meiner Wenigkeit auszugehen – Haus BJ.1995, alte Ölheizung sind wir bei ca 100kWh/m² und das mit undichten Rolläden an nahezu jedem Fenster.
Und schon wird aus den variablen Kosten, die man ansetzt und über die sich die ganze Investition “rechnen” soll nur noch 2/3 so viel und die Amortisation zieht sich linear nach hinten.
2. Für den Ölpreis/ Gaspreis wird eine pauschale Erhöhung des Preises in Zukunft von 10%/Jahr angegeben. Um die “Sinnhaftigkeit” dieser Annahme zu untermauern möchte ich ein kleines Beispiel bringen.
Aktuell kostet der Liter Öl ca. 65ct/Liter. damit fülle ich meinen 2000L Tank für 1300€ +7,40€ (Abgabe zur Erölbevorratung) + 260€ (Energiesteuer) + 19% MwSt auf alles. Macht zusammen 1865,21€.
Nehme ich jetzt den Betrachtungszeitraum von 20 Jahren in dem deutlich werden soll, wieviel ich sparen kann heißt dass, das ich in 20 Jahren meinen 2000L Tank (angenommen die Abgaben bleiben gleich) mit 10725,65€ fülle.
Wenn wir nicht so was wie starke Inflation wenn nicht gar galloppierende Inflation in den nächsten Jahren sehen, so sehe ich diese Annahme als vollkommen hanebüchnen Schwachsinn.
Für einen kleinen Überblick über die Ölpreisentwicklung der letzten Jahre empfehle ich folgende Grafik in der außerdem noch die Inflationskorrigierte Version den Ölpreises abgebildet ist.
3. Der Preis für Wärmepumpenstrom und Holzpellets wird eine pauschale Erhöhung von 5% pro Jahr angenommen.
Warum wird für Öl/Gas 10%/a und Strom 5%/a Preissteigerung angenommen? Ich glaube nur deswegen um zu zeigen dass die Exponentialkurve bei den konventionellen Heizungen steiler ansteigt als die bei den “grünen” Heizungen. Jaja die Krux mit der Prozentrechnung…
Nehmen wir den deutschen Energiemix von 2007: Da decken Erdöl und Erdgas über 60% des Bedarfs. Damit müssen schon mal 60% der Energie mit 10% Teuerungsrate angesetzt werden. Jetzt werden aber der Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix per order de mufti stark ausgebaut. Jeder weiß, dass aktuell alle anderen Primärenergieträger die erneuerbaren Energien subventionieren und damit der Preis eigentlich noch schneller steigen sollte. Erschwerend kommt außerdem dazu, dass ja in den nächsten 20 Jahren die “billige” Atomkraft abgeschafft wird ( über Sinn und Unsinn soll in diesem Zusammenhang nicht diskutiert werden) und damit ein billiger Sobventionierer der erneuerbaren Energie wegfällt.
Sollte es den Firmen gelingen die Effizienz von erneuerbaren Energien nicht deutlich zu steigern (da geht es nicht nur um 10% sondern um 100% und mehr) dann sehe ich schwarz für die Annahme, dass wir nur 5% Preissteigerung bei Strom in den nächsten Jahren haben werden, selbst wenn die Preise für Öl und Gas nur stabil bleiben und sich nicht verändern.
Alles in allem ist der am Anfang genannte Beitrag wieder einmal der Beweis wie man auf Bauernfang gehen kann. Wer nur halbwegs ein bischen nachdenkt wird sich über Sinn und Unsinn der Erneuerung der Heizungsanlage schnell bewusst.
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Hallo


Fakt ist, je weniger man abhängig von anderen ist, desto besser die Lage. Dies gilt natürlich auch für Heizsysteme. Erdwärme und Solar sind schonmal die richtige Richtung. Abgesehen davon, ob es nun noch genügend Ölreserven gibt oder nicht, werden Öl oder Gas in Zukunft teurer werden. Pellets sind auch schon deutlich teurer geworden. Deshalb am besten, sichersten und wohl am billigsten ist es ohne fremde Energien zu heizen. Natürlich einfach gesagt und schwerer getan, aber da wo es geht sollte es gemacht werden.