Stromverbrauch und Relationen – 5 Tipps zum Stromsparen die kein Geld kosten

In Gesprächen mit Freunden oder Bekannten habe ich häufig den Eindruck, dass viele sich einfach nicht vorstellen können, was Stromverbrauch ist und wie man am besten herausbekommt, wer die größten Verbraucher sind um sich eventuell darum zu kümmern, etwas zu verbessern. Es wird einem immer wieder um die Ohren geschmissen, dass der Standby Verbrauch zu hoch wäre und dass man abschaltbare Steckerleisten verwenden sollte, dass man seinen Kühlschrank ersetzen soll, weil der Stromverbrauch dessen zu hoch sei, dass man Energiesparlampen einsetzen solle und keine Glühlampen oder Halogen Spots.

Im Grunde alles richtig aber was bringt am meisten oder was hat den höchsten Nutzen im Vergleich zur Investition, die man tätigen muss? Wo fange ich an und was bringt nur noch marginal etwas?

Grundlegend gibt es 2 Art und Weisen, mit denen man seinen Stromverbrauch senken kann. Entweder man stellt seine Verhaltensweisen um oder man investiert in neuere oder bessere Technik. Auf beide Seiten möchte ich heute ein klein wenig näher eingehen und diese an Beispielen erläutern.

Stromverbrauch senken durch Umstellung von Verhaltensweisen

Grundlegend ist dies natürlich der Ansatz, der auch nachhaltig etwas ändern wird nur ist dieser leider oft mit deutlichen Einschränkungen von Komfort und Lebensweise verbunden. Es ist eben nicht so einfach mal schnell zu sagen, dass man seinen Tagesablauf um 2 Stunden nach vorn verlegt nur um den Strom zu sparen, der durch die zusätzliche Beleuchtung anfällt. Auch wird es sehr schwer sich von heute auf morgen umzustellen und bei jedem Verlassen des Raumes das Licht aus zu machen.

Auf der anderen Seite ist es aber eine Möglichkeit seinen Stromverbrauch zu senken ohne Investitionen tätigen zu müssen. Für Leute, die ihre Euros zweimal umdrehen müssen bevor sie sie ausgeben natürlich die einzige Chance etwas am Stromverbrauch zu machen.

Als Motivation gebe ich gern an, dass 10% Verbrauchssenkung problemlos möglich sein sollten, alleine durch Umstellung seiner Gewohnheiten. Das sind schnell mal 60 oder 70 Euro im Jahr, die man dadurch einsparen kann – selbst wenn man alleine ist. Von der Rückzahlung der Abschläge kann man sich dann ein verbrauchsärmeres Gerät kaufen oder sich einfach belohnen für die Erfolge, die man erreicht hat.

Wenn man sich mal hinsetzt, kann man sehr schnell ein paar Verhaltensweisen herausfinden durch die man seinen Stromverbrauch senken kann. Im folgenden werde ich ein paar Beispiele nennen und deren potentielles Einsparvermögen aufgrund durchschnittlicher Leistungsangaben.

  1. Der Deutsche sieht im Durchschnitt 3,5h fern am Tag. Wenn ich meinen Fernsehkonsum eine Stunde am Tag kürze habe ich im Jahr (bei angenommenen 200W Leistung des TV) 73kWh gespart. Bei 23ct/ kWh sind das schon mal 16,79€ alleine durch eine Stunde fernsehen am Tag weniger.
  2. Die Hifi Anlage wird ausgeschaltet, wenn die CD zu Ende gespielt hat und nicht an gelassen. Meine Anlage „verbraucht“ über 40W mehr im angeschalteten Zustand als im Standby. Alleine, wenn ich 5h am Tag sinnlose „An-Zeit“ vermeide sind das im Jahr wiederum 73kWh gespart.
  3. Anstatt den Deckenfluter beim Fernsehen brennen zu lassen, reicht auch das Leselicht. Selbst bei halb gedimmten Fluter sind das immer noch ca. 100W/h Ersparnis beim Stromverbrauch. Angenommen aus den ursprünglichen 3,5h Fernsehkonsum sind schon 2,5h/ Tag geworden, sind damit 90kWh Ersparnis drin.
  4. Der Drucker wird nach dem drucken ausgeschaltet. Leider ist es immer noch häufig so, dass viele ihre Drucker permanent an lassen. Der Stromverbrauch lässt sich im Durchschnitt um 3W senken. Da man den Drucker 23,5h von 24h am Tag nicht braucht summiert sich solch eine Einfache Änderung der Gewohnheiten auf 25,73kWh im Jahr. Entsprechend wären dies bei o.g. Strompreis 5,92€/ Jahr.
  5. Der PC läuft den ganzen Tag durch wird aber nur den halben Tag gebraucht und damit zu den ungenutzten Zeiten „schlafen geschickt“. Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass der Rechner abends sowieso abgeschaltet wird Nahezu jeder vernünftige PC ist mit einfachen Mitteln in ein Standby zu schicken. Bei mir dauert Standby und Wake up insgesamt weniger als 10 Sekunden. Diese Zeit hat man allemal, der Stromverbrauch des Rechners lässt sich damit aber enorm beeinflussen.
    Bei durchschnittlich eingesparten 150W (ganz normaler Office PC – bei Gamer PCs werden das schnell auch 250W) pro Stunde summieren sich die Kosten sehr schnell. Alleine bei einer Stunde Mittagspause, die der Rechner ungenutzt ist wären pro Jahr schon fast 55kWh Einsparpotential. Hat man auf seiner Tastatur gleich die Tasten für Standby und Wakeup integriert und stellt sich so um, dass man jedes Mal bei Verlassen des Rechners den PC „schlafen“ schickt, dann kommen da gut und gern am Tag 2-3h zusammen.

Grundlegend muss man sich natürlich über seine Verhaltensweisen im Klaren sein. Setzt man sich mal eine halbe Stunde hin, mit Zettel und Stift und schreibt sich konsequent seine Stromverbraucher auf und eventuell auch gleich noch die Optimierung der Nutzung, dann hat man schon mal die halbe Miete. Hat man es nämlich einmal gemacht und sich auch Gedanken darüber, was sich alles sparen lässt, ist der Schritt diesen auch umzusetzen nicht mehr so groß.

Dann gilt es die Dinge anzufassen, nicht alles auf einmal – immer einen Schritt nach dem anderen. Zum Beispiel nimmt man sich vor, seinen Fernsehkonsum einzuschränken. Als Ausgleich dafür gibt es ein Buch zu lesen oder einfach nur auszuspannen. Mal wieder dem Hobby zu frönen oder mit dem Partner gepflegt zu unterhalten.

Hat man sich einmal daran gewöhnt, den Fernseher nicht mehr so häufig zu nutzen, kann man sich an den nächsten Schritt wagen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ich es mittlerweile sehr schätze mich anderen Dingen zu widmen anstatt mich nur berieseln zu lassen.

Die andere Variante „Strom sparen durch Investitionen“ werde ich in einem der nächsten Artikel beleuchten.

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