Wenn jemand den „Transition Pfad“ beschreiten will und wirklich etwas in seiner Kommune, Universität, Stadt oder Umgebung allgemein verändern will so hat Rob Hopkins 12 Punkte oder Schritte ausgemacht, die es ermöglichen sollen den Pfad hin zu einer Energiewende zu beschreiten. Dabei sind seine Erfahrungen der ersten Stunde (Kingsale) und die Erfahrungen in der Energiewendestadt Totnes eingeflossen. Man konnte aus den Fehlern am Anfang lernen und ist zu diesen Schritten gekommen, die ich heute vorstellen möchte. Entlehnt sind sie dem Energiewende Handbuch von Rob Hopkins.
1. Gründung einer Startgruppe die am Anfang die Fäden in der Hand hat
Am Anfang braucht es immer eine kleine Gruppe Menschen die von der Idee überzeugt sind und die ganze Sache vorantreiben. Wichtig ist, dass den Leuten klar ist, dass ihre Führungsrolle in dieser Funktion ab Schritt 5 nicht mehr erforderlich ist und diese Startgruppe damit ihrem Namen vollends gerecht wird. Dies soll vermeiden, dass das Projekt von Einzelpersonen abhängig wird. Die Geschichte und sicherlich die Erfahrungen vieler zeigen es, dass Projekte häufig mit dem Weggang des Gründers oder der Auflösung des Führungsgremiums stirbt.
2. Den Menschen die Ursachen vertraut machen
Ich bezeichne es mal als „Vorbereitung auf den wirklichen Start“. Man kann davon ausgehen, dass viele vom Thema Klimawandel und vielleicht auch Peak Oil gehört haben, genauso wie sie davon gehört haben, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist. Ich will damit sagen, dass die Menschen einen Bezug zu sich ziehen müssen. Genau darum geht es bei diesem Schritt, der sich durchaus eine ganze Weile hinziehen kann. Den Menschen muss (idealerweise von selbst) bewusst werden, dass sie von diesen Themen betroffen sind. Vielleicht nicht direkt jetzt aber auf jeden Fall in der Zukunft und damit jetzt schon indirekt.
3. Netzwerken
Diese Phase, die durchaus auch parallel zu Phase 2 laufen kann, zielt darauf alle vorhandenen Ressourcen, Menschen und Initiativen die am Ort ansässig sind und etwas mit dem Thema Transition zu tun haben könnten zusammen zu bringen und sie vom Thema zu überzeugen und ihnen klar zu machen, dass die Transition Initiative ein guter Katalysator sein kann auch für ihre eigenen Ziele und Projekte. Damit gewinnt man sicherlich den einen oder anderen Mitstreiter in der Startgruppe was auch verdeutlichen soll, dass es kein starres System ist sondern dass sich die Initiative permanent weiter entwickeln soll und kein Engagement gebremst wird.
4. Der offizielle Punkt an dem alles losgehen soll
Im Prinzip ist dies keine Phase sondern es ist einfach nur ein einziger Zeitpunkt, der sicherlich ordentlich vorbereitet sein muss aber eben ein Schritt im wirklichen Sinne. Es muss einen ganz offiziellen Startpunkt geben an dem man etwas fest machen kann, einen Schwung erzeugt und damit die Phase der Veränderung einläutet. An diesem Punkt wird zwar auf den Auslöser der ganzen Initiative geschaut doch nicht unter dem Aspekt der „düsteren Zukunft“ sondern unter dem Motto etwas verändern zu wollen und zu können.
5. Bildung von Kleingruppen
Wenn sich ein Projekt entfalten soll und nicht nur von einem Punkt aus gelenkt werden soll, so ist es unumgänglich Kleingruppen zu starten. Jede Gruppe agiert für sich aber immer auf ein Ziel hin. So kann die Initiative organisch wachsen und das kreative Potential der Menschen voll ausgeschöpft werden. Es ist natürlich essentiell, dass diese Gruppen auch wieder eine jeweilige Startgruppe von Leuten enthält, die die ganze Sache leiten und „den Hut aufhaben“, sich regelmäßig treffen und die Gruppe mit anderen Gruppen vernetzen.
6-11. Schritte hin zum Energiewendeplan
Die weiteren Schritte habe ich zusammengefasst obwohl sie separat von Rob Hopkins genannt werden. Es sind Techniken und Praktiken, deren Ziel es ist die Initiative weiter zu führen und auf ein sicheres Fundament zu stellen. Dazu gehören regelmäßige Open-Space Tage, das Setzen von sichtbaren Zeichen, die Wiederbelebung alter Kulturtechniken und die Nutzung der Erfahrung der älteren Generation. Dies greift alles ineinander und kann meines Erachtens nicht separat in Schritte gefasst werden auch wenn es die Übersichtlichkeit erhöht. Wichtig über alledem ist außerdem, dass man den Dingen seinen Lauf lässt. Es ist schwerer einen Ball zu versuchen aufzuhalten als ihn laufen zu lassen, wenn er den Berg hinunter rollt. Es kostet Unmengen Energie ein Auto abzubremsen um um eine Kurve zu fahren obwohl man hätte geradeaus fahren können. Die Erfahrung der Leute um Hopkins zeigt, dass man ab einem gewissen Zeitpunkt den Dingen ihren Lauf lassen kann. Sicherlich ist es nicht förderlich sich dann zurück zu lehnen und zu sagen das für einen alles getan sei – die Transition Initiative zeichnet sich dadurch aus, dass immer neue Herausforderungen auf einen warten ohne dass dies jetzt erdrückend klingen soll.
12. Der Energiewende Aktionsplan
Dies ist der zweite große Meilenstein einer Transition Initiative. An diesem wird ein Plan für die nächsten Jahre wenn nicht Jahrzehnte festgelegt, wo die Gemeinschaft hin gehen soll. Dieser wird sich sicherlich über die Zeit immer wieder ändern aber es muss einen geben, denn ohne Ziel löst sich eine Bewegung eher schnell als langsam wieder auf. Das Ziel dieses Aktionsplans ist allerdings klar: Schaffung einer widerstandsfähigen, nachhaltigen Zukunft unter der Maßgabe eines deutlich geringeren Energiebedarfs. Der Aktionsplan soll Schritte enthalten, die abgearbeitet werden müssen (kleine Ziele), um dort hin zu kommen.
Bei Punkt 12 ist wohl noch keine Transition Initiative angekommen, zumindest nach meinen Recherchen. Wenn dem so ist, so lasse ich mich gern eines besseren belehren.
Transition Serie:
Teil 1: Transition Town ein Modell der Zukunft
Teil 2: Transition – Was steckt dahinter?
Teil 3: Transition – 12 Schritte zu beschreiten
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