Deloitte, eine Wirtschafts- und Beratungsgesellschaft mit immerhin 4600 Mitarbeitern hat just zum zweiten Mal in ihrer Geschichte einen Report über die Trends und Themen der Öl- und Gaswirtschaft erstellt und publiziert. Eine Kurzfassung der Studie kann man hier (Achtung *.pdf) in deutscher Sprache ansehen.
Die Leute sehen ihre Studie als informativen Anhaltspunkt um Strategieentscheidungen zu treffen bzw. einfach als Diskussionsgrundlage für anstehende Debatten. Einen schönen Satz bringen die Leute in ihrer Zusammenfassung, den ich nur zitiert übernehmen kann:
Als einfaches aber dennoch globales Maß des Wirtschaftsaufschwungs gelten der Ölpreis und seine Volatilität bzw. Stabilität. Diese beeinflussen sämtliche Formen der Energieproduktion und –nutzung direkt oder indirekt.
Diese Aussage sollte man sich mehrmals durchlesen und sich genüsslich auf der Zunge zergehen lassen. Die Leute sagen hier klipp und klar, dass wenn wir unsere heilige Kuh des Wirtschaftswachstums nicht schlachten wollen, wir einen niedrigen Ölpreis und wenig Volatilität brauchen. Haben wir einen hohen Ölpreis und/ oder hohe Volatilität, dann werden wird kein Wirtschaftswachstum haben. Außerdem, und das finde ich beachtlich, dass die Leute das so schreiben (dürfen?), hängen alle anderen Arten der Energieproduktion mit im Boot. Wenn uns das Wirtschaftswachstum aufgrund des Ölpreises in die Knie geht, gehen die Produktion von Solarstrom, Windstrom, Biomassestrom uvam. auch in die Knie. Vielleicht nicht sofort und unmittelbar aber so doch mittelbar und zeitversetzt.
Auch wenn die Zusammenfassung der Studie durchaus interessant ist und lesenswert, so steht nicht wirklich viel neues darin. Bestehende Ölfelder sind interessant für Investoren, da neue Technologien eine Ausbeutung wirtschaftlich erscheinen lassen. Tiefsee ist angesagt und zwar sehr tief. Gas wird nicht richtig ausgebeutet in der Region Arabien und China will massiv unkonventionelles Erdgas ausbauen bis hin zur Autarkie, was Gasexporteuren in den nächsten Jahren das Leben schwer machen dürfte.
Was meines Erachtens bei der genannten Überschriften nicht fehlen darf ist die ganze Geschichte mit der politisch labilen Situation in ganzen Nahen Osten mittlerweile. Kein Wort wird daran verschwendet. Angesichts einer Diskussionsgrundlage für die TOP 10 Themen für die Öl und Gaswirtschaft sehr dünn. Fazit: Interessant aber kein „must read“.
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Bildquelle: Oil & Gas reality check 2011; Deloitte Kurzfassung
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