Am Beispiel Mexikos zeigt sich das allgemeine Problem Peak Oil mittlerweile mehr als deutlich. Klimawandel, Nahrungsmittelknappheiten und soziale Instabilitäten sind die Probleme, die sich genau durch das Phänomen Peak Oil abzeichnen und am Beispiel Mexikos langsam und allmählich zu Tage treten, denn dort ist Peak Oil schon eine Weile vorbei und die Ölförderung befindet sich in einem gnadenlosen Rückgang, der scheinbar von nichts aufzuhalten ist. Zuerst aber mal die Fakten von 2004:
- das größte Ölfeld Mexikos ist das Cantarell Ölfeld. Es produzierte über 2 Millionen Barrel Rohöl, was 60% der gesamten Produktion Mexikos ausmachte und prinzipiell sämtliche Exporte in die USA
- die Einnahmen durch Ölexporte machten 40% des Staatshaushalts aus
Seit dem Jahr 2004 geht die Ölförderung signifikant zurück, insbesonders der Output des Cantarell Feldes. Zur Verdeutlichung hier die Grafik für Produktion, Verbrauch sowie Importen und Exporten von Rohöl.
Mit einem Rückgang von ca. 10% der Exporte pro Jahr wir Mexiko bei gleichbleibendem Rückgang zwischen 2014 und 2015 vom Ölexporteur zum Importeur.
Nimmt man das Cantarell Feld alleine, so zeigt sich der sogenannte Decline noch deutlich stärker:
Von ursprünglich über 2 Mio Barrel pro Tag ist die Förderung bis Ende 2010 auf unter 500000 Barrel am Tag gesunken. Ein Verlust an Förderung von 75% in 6 Jahren.
Nimmt man sich die Daten für Gasförderung, Verbrauch und Export, so ist Mexiko schon seit dem Jahr 2000 signifikanter Netto Importeur auch wenn die Förderung stetig steigt.
Noch scheint der Rückgang der Ölförderung nicht signifikant auf das Bruttoinlandsprodukt durchzuschlagen
auch wenn die Erholung 2010 den Rückgang 2009 bei weitem nicht kompensieren kann, wobei hier die Ursachen sicherlich auch in der Finanzkrise zu suchen sind. Inwieweit diese Finanzkrise mit einem eventuell globalen Fördermaximum an Öl zu tun haben könnte, will ich an dieser Stelle nicht diskutieren.
Auf jeden Fall zeichnet sich in Mexiko ein Szenario ab, welches nicht verheißungsvoll stimmt:
- die Wirtschaft wird schrumpfen müssen, so schnell wie die Überschüsse aus Ölexporten fallen kann eine Wirtschaft nicht mit anderen Sektoren gegensteuern
- die USA exportieren einen Großteil ihres angebauten Mais’
- Mexiko importiert einen signifikanten Anteil dieses Maises
- Durch den Wegfall der Ölimporte aus Mexiko substituieren die USA dies mit deutlich erhöhter Ethanolproduktion aus Mais
- Dadurch sinken die Exportquoten für Mais und der Preis dafür steigt in die Höhe
- Zur gleichen Zeit steigt die Wahrscheinlichkeit von Klimaerwärmung in Mexiko, was zu Produktionsausfällen in der Nahrungsmittelindustrie führen kann, da Mexiko sowieso schon ein Staat ist, der an der Grenze zu Wüstenklima ist
- Die beiden Faktoren, wirtschaftlicher Niedergang und Nahrungsmittelknappheit, sind natürlich ein perfektes Rezept für massive Emigrantenströme.
- Die Menschen werden nach Norden in die USA emigrieren wollen, wie sie das in den letzten Jahren auch schon getan haben aufgrund wirtschaftlicher Unterschiede, nur werden es dann Unmengen an Menschen sein, die dies tun wollen.
Peak Oil, Klimawandel, Nahrungsmittelknappheit, krampfhaftes umsteigen auf Bioethanol, und regenerative Stromerzeugung zusammengeschnürt zu einem hübschen kleinen aber ziemlich bedrohlichen Paket. Für Mexiko wohl in voller Härte aufzupacken in den nächsten 2-5 Jahren. Kein wirklicher Lichtblick für die Mexikaner und vor allem auch nicht für die US Amerikaner.
Offensichtlich scheint dieses Problem bei den Offiziellen in Amerika schon lange angekommen zu sein, denn diese rüsten sich mehr oder weniger beachtet von der Öffentlichkeit für große Flüchtlingsströme aus Mexiko. Zum Beispiel wurde im Januar 2006 KBR (eine Tochterfirma von Halliburton(BP – Transocean – Ölkatastrophe…)) beauftragt ein Netz von Internierungslagern an der Grenze zu Mexiko zu errichten. 385 Millionen Dollar sollen ausrechen um Lager aufzubauen, die 400000 Menschen fassen sollen.
Dunkel erinnere ich mich noch an George W. Bush, der anordnete hunderte Kilometer Zaun zu bauen…
Ein Schelm wer böses dabei denkt…
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