Straße aus Solarzellen – tolle nicht machbare Idee

Solar RoadwayIch hatte schon vor einer Weile gehört, dass es wohl in den USA eine Firma geben soll, die sich dem Thema „Solar Roadways“ verschrieben hat. Da ich unlängst wieder darauf gestoßen bin, muss ich an dieser Stelle noch mal meinen Senf dazu geben.
An sich ist diese Idee eigentlich ziemlich smart. Es werden extrem viele Dinge mit einem Mal „erschlagen“ und nach Aussage des Gründers des gleichnamigen Unternehmens Scott Brusaw gelöst.
Also erst einmal produzieren die Solarzellen schon mal Strom. Das ist altbekannt aber die Dimensionen, wären natürlich beträchtlich. 2000 Haushalte könnten mit 10km Highway versorgt werden. Es wäre wohl Vollversorgung mit elektrischer Energie theoretisch möglich, sogar für die USA. Außerdem würden die Straßen „intelligent“ werden und zwar mit eingebauten LED Lichtern, dynamischen Anzeigemöglichkeiten usw. Die Energieverteilung würde sich natürlich auch gleich an der Straße entlang verteilen und man könnte auf die unschönen Freileitungen verzichten, welche deutlich Störanfälliger wären. Nicht zuletzt könnten elektrisch betriebene Fahrzeuge deutlich besser aufgeladen werden, deren Licht in der Nacht würde zu einem gewissen Teil wieder in Elektrizität gewandelt und die Straße würde auf „Müll“ errichtet, da das Bett wohl aus Plastikabfällen gebaut werden würde. Alles also sehr zukunftsweisende und durchaus ansprechende Details und man fragt sich, warum denn heute nicht schon kilometerweise Solarzellen bei uns unter der Straße liegen.
Und genau da komme ich zum Punkt meiner kleinen Kritik. Mit keinem Wort wird auf der Website der Firma erwähnt, wo denn die elektrische Energie gespeichert werden soll, die den ganzen Tag produziert wird. Außerdem soll (muss) die Straße ja beheizt sein um alle Features auch bei extrem niedrigen Temperaturen garantieren zu können. Außerdem wird nicht klar, wie sich die Leute die Oberfläche des Glases vorstellen um darauf noch fahren zu können. Außerdem wird ignoriert, wie viel Prozent Licht denn durch eventuelle Oberflächenbehandlungen und durch die Vergrößerung der Glasdicke „geschluckt“ werden. Dies würde die sowieso schon niedrige Effizienz der Solarzellen noch weiter drücken.
Sicher kann man eine Straße mit Solarzellen pflastern nur kann man sie auch mit einem Mantel aus Platin überziehen. Es ist heutzutage in den meisten Fällen alles eine Frage des Geldes und Zahlen werden auch auf einer extra Seite der Homepage in Hülle und Fülle genannt. Im Endeffekt soll die Installation einer Solarstraße nicht viel mehr kosten als die Installation einer konventionellen Straße, wenn man die Lebenszeit der Solarstraße auf 22 Jahre festlegt und für eine „normale“ Asphaltstraße 7 Jahre veranschlagt. Leider gibt es keine Zahlen zu den Kosten der Energiespeicherung. Außerdem ist die Oberfläche, die den ganzen Verkehr auf der Straße halten soll noch nicht einmal entwickelt. Wie soll sich die „selbstreinigende“ Oberfläche selbst reinigen? Es sind halt immer noch eine Menge Dinge zu klären, was meines Erachtens sicher noch 20 Jahre in Anspruch nehmen kann. Aus diesem Grund: Tolle! – aber nicht machbare Idee. Zumindest nicht um die zeitnah anstehenden Problem anzupacken.

Bildquelle: solarroadways.com

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