Studie der Bundeswehr zu Peak Oil endlich fertig gestellt

Bild Studie Peak Oil BundeswehrSeit Freitag ist es nun endlich soweit. Die Studie des Zentrums zur Transformation der Bundeswehr ist in ihrer Endfassung publiziert worden. Dies ist der erste Teil einer Gesamtstudie, die die Sicherheitspolitik in Zusammenhang mit einerseits knappen Ressourcen (erster Teil – eben publiziert) und andererseits durch Klimaveränderungen und Demografie setzt und versucht Vorschläge zu machen, wie den eventuell auftretenden Problemen mittelbar und unmittelbar begegnet werden kann.

Im Herbst letzten Jahres wurde schon ein vorläufiger Bericht zur Studie veröffentlicht in der selbst die Behörde davon ausging, dass man mit einem Erreichen des Fördermaximums von Erdöl im Jahr 2010 rechnen müsste und man davon ausgehen kann, dass es ab da nach einer Plateauphase wieder abwärts gehen würde mir der Erdölförderung.

Nur wie sieht es jetzt in der endgültigen Studie aus?

Also erst einmal gehen die Leute, die die Studie geschrieben haben von einem Zeithorizont von 30 Jahren aus. Die Einschätzung, dass der Peak Oil Punkt 2010 erreicht wurde, ist auch nicht mehr so gegeben, wie in der Vorabpublikation erläutert. Allerdings ist das Neusprech auch nicht viel verheißungsvoller. So steht wörtlich:

Während davon ausgegangen wird, dass etwa 90% aller Erdölstaaten ihren nationalen Peak Oil bereits überschritten haben oder diesen bis 2015 erreichen dürften…

Nur für Brasilien und Angola geht man davon aus, dass noch stetige Erhöhungen der Förderquoten möglich sind. Für das wirklich interessante Land Saudi Arabien, wo wenig offizielle Werte bekannt gegeben werden, sieht man keine rosige Zukunft. Nachvollziehen kann ich dies gut, wie im Artikel „Saudi Arabien geht das Öl aus“ nachzulesen.

Die außerordentliche Wichtigkeit Saudi Arabiens sehen die Macher der Studie allerdings wie viele andere auch und statieren:

Dies ist deshalb von außerordentlicher Relevanz, da der Eintrittszeitpunkt des globalen Peak Oil letztlich vor allem durch die saudischen Ölförderpotenziale bestimmt werden dürfte…

Im Rückblick auf die vorläufige Publikation wird jetzt nicht mehr 2010 als ausdrücklicher Wendepunkt genannt sondern nur noch implizit. Alles hängt an Saudi Arabien und als Quelle für diese Aussage werden dann z.B. Statements des Saudischen Königs Abdulla von 2007 gebracht der sagte, dass der Ölboom vorbei sei und auch nicht wiederkommen würde, dass die Förderquoten seit 5 Jahren sinken würden (was ja nichts neues ist) usw.

In diesem Zusammenhang kann sich jeder selbst zusammenreimen, dass auch jetzt noch das Zentrum für die Transformation der Bundeswehr davon ausgeht, dass wir uns nahe Peak Oil, wenn nicht schon hinter Peak Oil befinden.

Über Implikationen oder Handlungsanweisungen werde ich demnächst noch einen weiteren Artikel schreiben.

Hier geht’s jedenfalls zur Studie.

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