Nun ist es 12 Monate her als die letzte Turbine des ersten deutschen Offshore Windparks montiert wurde. Zugegebenermaßen blicken die Betreiber auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Von den prognostizieren 220GWh sind schon im ersten Jahr mit seinen ganzen Kinderkrankheiten und Unwegbarkeiten 170GWh Strom ins deutsche Netz geliefert worden. Muss ich ehrlich sein – hätte ich nicht gedacht.
Nun sind eine Menge Projekte, was offshore Windenergie angeht, in Planung doch so richtig bauen will noch keiner. Leider ist es bei solchen Großprojekten der Natur der Sache geschuldet, dass es nur von großen “Spielern” betrieben werden kann und man damit auf den Projektlisten i.d.R. nur große Konzerne findet bzw. irgendwelche 100%ige Töchter. Außerdem liegt es in der Natur der Dinge, dass diese Konzerne nichts anfassen, was keine Gewinne einspielen wird. Wenn auch nicht im ersten oder zweiten Betriebsjahr so doch auf jeden Fall innnerhalb der nächsten 5 Jahre. Und leider ist es immer noch nicht so, dass es in Deutschland möglich ist so einen Spargel ins Meer zu setzen und in der Hinsicht Planungssicherheit zu haben. Windstrom ist eben zu teuer – das beliebte Argument. Wenn an der gleichen Stelle einfach gesagt würde – die anderen Stromlieferanten sind zu billig (Kohle, Atom etc.) dann hätte das ganze Thema Windenergie nicht so einen negativen Beigeschmack. So geht die Denke sofort in Richtung böse Subventionen, ungerechtfertigte Beihilfen, Bürgschaften für notleidende Firmen usw. Dabei ist es doch eher eine Starthilfe seitens der Politik der Branche auf die Füße zu helfen. Ähnlich der, die der Kernkraft gewährt wurde und wird.
Allerdings würde ich mir wünschen nicht nur solche Vorzeigeobjekte zu fördern sondern auch ganz gezielt die kleinen Leute animieren etwas für Energieerzeugung und Energieeffizienz zu tun und dies in den Medien so zu propagieren, wie es bei solchen Prestigeobjekten der Fall ist. Sicherlich gestaltet sich ein Pressetermin in Opa Müllers Heizungskeller etwas schwieriger und ist von den Bildern nicht ganz so imposant wie 150m hohe Windräder im Rücken aber es wäre ein Weg die Menschen mit auf den Weg zu nehmen und sie nicht im Glauben zu lassen, dass sie schon auf dem richtigen Weg gehen, den die Politik für sie einschlägt, nach dem Motto “Klappe halten – mäh sagen – und dem Leithammel hinterher”.