Gestern ging ein Raunen durch die Medienlandschaft. Forschungsdurchbruch! Verwandlung von Ökostrom in Erdgas. Wow denkt man sich – hat es wirklich jemand geschafft Energie in Materie umzuwandeln. Einen Klick später ist man schlauer – wieder nur eine wahrlich dumme Headline.
Naja, schauen wir uns den Text an und betrachten und den Forschungsdurchbruch genauer. Da wird also jetzt mit Ökostrom Wasser gespalten in H2 und O2. Was an der Elektrolyse jetzt neu sein (glaube Entdeckung Anfang 19.Jhr) soll ist mir zwar unbekannt aber es kann ja noch werden. Danach wird Methan synthetisiert. Hmmm… mal überlegen: „Sabatier Prozess“ benannt nach seinem Entdecker Paul Sabatier (1854-1941)- entdeckt. So unbekannt sollte der Mann nicht sein, da er ja 1912 den Nobelpreis für Chemie bekam.
Also der Forschungsdurchbruch kann schon mal nicht von der Methode kommen, denn die ist ja nun schon seit 100Jahren ein alter Hut. Mehr steht aber in den Texten nicht drin – von wegen Großtechnische Realisierung oder so – nein nix nada.
Rechnet man mal großzügig Wirkungsgrade hin und her, dann erschließt sich mir irgendwie überhaupt kein Forschungsdurchbruch mehr.
Elektrolyse ca. 80% WG.
Synthese von Methan ca. 75% WG
Und dann wieder Herstellung von Strom durch verbrennen von Methan 60% WG
Macht lt. Adam Riese ganze 36% vom Strom den ich reingesteckt hab, bekomme ich wieder raus… dabei noch nicht einmal mitgerechnet, dass das CO2 für die Methan synthese auch irgendwie hergestellt werden muss…
Geht man davon aus, dass die Herstellung einer kWh Windstrom etwa 9ct kostet kommen wir schlussendlich auf ganze 25ct/ kWh aus Ökostrom und 4ct/kWh aus konventionellem Erdgas.
Das die 4ct/kWh aus konventionellem Erdgas zu preiswert sind, will ich nicht bestreiten nur 25ct ist eben über 8 mal so viel und wer würde denn gern an der Ergastankstelle anstatt 60ct/Liter (was heute ja durchaus preiswert erscheint) gleich mal knapp 5€/ Liter löhnen…
Damit ist der Forschungsdurchbruch wohl wieder nur der krampfhafte Versuch gute Nachrichten zu generieren…